Wiesner gewinnt 4 Mal Gold und knackt OWL-Rekord — PSV-Damen Staffel für die "Deutschen" qualifiziert

Marie Brockhaus, Pia Horenkamp, Leoni Cramer und Maike Tweesmann (von links nach rechts) Spätestens seit den NRW-Kurzbahn-Meisterschaften, die am vergangenen Wochenende im Zentralbad Gelsenkirchen ausgetragen wurden und bei der 85 Vereine aus ganz Nordrhein-Westfalen mit ihren besten Schwimmern/innen für mehr als 1.700 Starts sorgten, müsste die Trainingsgruppe des 1. Paderborner SV mit ihrer Trainerin Ute Lenz den Beinamen "Kaderschmiede" tragen, denn selten wurden in Paderborn in einer solchen Konzentration Top-Leistungen im Schwimmen geboten wie es derzeit der Fall ist! Fangen wir bei den jungen Herren an: Andreas Wiesner gewann in seinem Jahrgang 1994 nicht weniger als vier Titel und zwei Vizemeisterschaften, dazu sogar in der offenen Klasse einen fünften und einen sechsten Platz. Über 200 m Rücken verbesserte er dabei den OWL-Rekord seines früheren Vereinskollegen Daniel Persicke um 36/100 Sek. auf 2:06,29 min. Aber auch mit seinen anderen Ergebnissen über 50 und 100 m Rücken (0:26,37/0:57,55 min.), 50 und 200 m Schmetterling (0:26,38/2:10,61 min.) und 200 m Lagen (2:09,86 min.) katapultierte sich Andreas Wiesner auf die vorderen Bereiche der deutschen Bestenlisten und unterstrich damit eindrucksvoll seine Vielseitigkeit.

Andreas Wiesner (links, vier Titel) und Florian Traupe gewannen in Gelsenkirchen fünf Goldmedaillen im Jahrgang 1994 Auch bei Florian Traupe ist nach einer längeren Durststrecke endlich der Knoten geplatzt. Der ebenfalls 17-jährige PSV-Schwimmer verbesserte sich über 200 m Freistil auf 1:58,07 min. holte sich in den NRW-Titel. Dazu gab es für ihn zwei dritte Plätze über 100 und 200 m Schmetterling in 0:59,06 und 2:12,60 min. sowie weitere vorderste Platzierungen über 50 m Schmetterling und 100 m Freistil.

Überaus deutlich konnten sich mit Marie Brockhaus, Maike Tweesmann, Leoni Cramer und Pia Horenkamp seit vielen Jahren erstmals wieder zwei Staffeln (4 x 50 m Freistil - 1:52,52 min. - und 4 x 50 m Lagen - 2:01,66 min.) für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren. Auch hier zeigt sich die gute Handschrift von Ute Lenz, die in kleinen aber sicheren Schritten jetzt auch wieder die Damen an die Spitze heranführt. Auch im Einzel überzeugten die Ladies, vor allem Marie Brockhaus, die sich nach den 50 m Schmetterling nun auch über 50 m Rücken für die "Deutschen" qualifizierte. Maike Tweesmann schob sich über 50 m Schmetterling in 0:28,78 min. auf den sechsten Platz im offenen NRW-Finale. Über 100 m Schmetterling blieb sie seit langem erstmals wieder unter 1:04 min. und erzielte gar über 100 m Rücken noch eine persönliche Bestzeit in 1:08,27 min.

Für ein Wechselbad der Gefühle sorgte Leoni Cramer, die mit einer Bestzeit über 100 m Brust (1:14,45 min.) startete, dann blieb sie über 200 m Lagen hinter den Erwartungen zurück, schwamm erneut Bestzeit über 100 m Lagen und ließ über 50 m Brust noch ein paar Zehntel liegen. Pia Horenkamp hatte ihre besten Auftritte in den beiden Staffeln, ließ aber bei den Einzelstarts trotz einer Bestzeit über 50 m Freistil in 0:28,55 min. noch etwas Luft nach oben. Vanessa Hansmann (200 m Brust in 2:54,01min.) und Pia Lück (100 m Schmetterling in 1:09,26 min.) durften auf der großen Bühne der NRW-Meisterschaften lernen und erzielten persönliche Bestzeiten.

Bei den Herren waren Moritz Schröer gut, ebenso wie Timo Heggemann mit 0:53,53 min. über 100 m Freistil. Thiemo Rosenow konnte seine gute Form in den Sprintstrecken nicht optimal umsetzen, aber bekanntermaßen ist gerade bei den "Flitzer-Disziplinen" jedes kleinste Detail von großer Wichtigkeit, und da entscheiden stets Bruchteile von Sekunden. Torsten Schwärmer bestätigte seine Wichtigkeit für die Mannschaftsmeisterschaften in guten 0:31,62 min. über 50 m Brust.

Nur von der absoluten deutschen Elite - Erik Steinhagen und Christian Vom Lehn - wurde Troy Arnicke geschlagen. Er gewann in der offenen Klasse Bronze über 100 m Brust in sehr guten 1:01,95 min. und wurde NRW-Vizemeister über 50 m Brust, wo er sogar noch Hendrik Feldwehr schlagen konnte.

Die beiden Staffeln der Herren über 4 x 50 m Freistil (1:34,92 min.) und 4 x 50 m Lagen (1:43,71 min.) landeten Im Klassement der besten NRW-Vereine auf den jeweils 4. Plätzen. Hier waren Troy Arnicke, Timo Heggemann, Thiemo Rosenow und Andreas Wiesner am Start, die sich bereits zuvor in diesen Teams für die Deutschen Meisterschaften in Wuppertal qualifiziert hatten.



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