Baskets-Coach Glasauer mit dem 101:87-Sieg gegen Hannover nicht zufrieden
Paderborn (WV). Nach dem Sieg gegen Jena sieht sich Thomas Glasauer Kritik ausgesetzt, die er nicht nachvollziehen kann. Im Anschluss an das Spiel gegen Hannover kritisiert der Coach selbst: »Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, macht mich nicht glücklich.« Aber es bleibt Kritik auf hohem Niveau. Mit dem 101:87 landen seine Webmoebel Baskets den siebten Heimsieg in Serie.
»Take it serious«, nehmt das ernst - zu Beginn des zweiten Viertels rief Paderborns Trainer den Seinen seinen sehnlichsten Wunsch aufs Feld. Erfüllt wurde dieser nur phasenweise. Zu machtlos waren die nun sieben Mal in Serie unterlegenen UBC Tigers aus Hannover, zu überlegen die heimstarken Hausherren. »Teilweise habe ich das Team gesehen, das ich sehen will. Teilweise habe ich allerdings auch ein Team gesehen, das nicht mehr tut als nötig«, sagte Thomas Glasauer.
So beruhigend es ist, dass dem BBL-Absteiger mittlerweile der Schongang genügt, um einen Gegner zu dominieren, dem er sich in der Hinrunde noch hat geschlagen geben müssen (80:89), so sehr hatte der Übungsleiter darauf gehofft, das Wiedersehen zu nutzen, um ein unmissverständliches Zeichen zu setzen. »Wir haben es leider versäumt zu zeigen, wie wir die letzten zehn Spiele der Saison angehen, dass wir noch ein ganzes Stück nach oben klettern wollen. Jeder hat gesehen, dass wir individuell besser sind, aber das darf nicht dazu führen, dass wir den Gegner nicht 100-prozentig ernst nehmen und das haben wir definitiv nicht getan«, sagte der Coach.
Angeführt von Draelon Burns, der in Minute 34 leicht lädiert vom Feld musste, bis dahin innerhalb von nur 28 Zeigerumdrehungen 24 Punkte markiert hatte, und dem ewig arbeitenden Ben Spöler (13 Punkte, 10 Rebounds), zogen die Gastgeber trotzdem bis auf 19 Punkte davon. Aber nie weiter. Beim 80:61 (32.) war das entspannendste Polster erreicht. Dann kam nicht mehr viel, obwohl Glasauer sehr gerne viel mehr gesehen hätte. Unabhängig davon, dass Benjamin Fumey weiterhin nicht als Center, sondern als Zivilist auf der Bank saß und der genesene Kyle Roemer ob der Eindeutigkeit der Kräfteverhältnisse noch geschont wurde. »Wir waren auf dem Weg, 110 Punkte zu machen und den Gegner unter 80 zu halten. Wenn man dann nur mit 14 gewinnt, muss sich das Team was anhören. Es ist völlig überflüssig, dass wir in den letzten fünf Minuten 18 Punkte kassieren«, sagte Glasauer und sah sich genötigt, einigen seiner Leistungsträger ein Übermaß an Egoismus zu unterstellen: »Ein Draelon Burns hat richtig hart gearbeitet. Etwas, was man bislang nicht immer von ihm gesehen hat, was ich allerdings von jedem erwarte. Aber heute hat der eine oder andere mehr darauf geachtet, dass erstmal die eigene Statistik passt.«
Gegen Hannover konnten sich die Baskets das leisten, auch am Samstag in Rhöndorf bedarf es für einen Sieg keines Wunders, aber im nächsten Heimspiel, am 4. März gegen den Dritten Chemnitz, ist wieder das ganze Team gefragt. »Da müssen wir Gas geben, auf konstant hohem Niveau spielen. Das müssen die Jungs kapieren«, sagte Glasauer. Wohl wissend, auf welchem Niveau sich die Kritik beim Ex-Schlusslicht abspielt.
Artikel vom 21.02.2011
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