SCP: Nur Jansen trifft: Paderborn ist beim 1:3 chancenlos
Paderborn (WB). Die Erkenntnis ist nicht ganz neu, sie wurde am Samstag beim 1:3 (1:2) gegen Alemannia Aachen nur eindrucksvoll bestätigt: Der SC Paderborn kann mehrere Ausfälle nicht kompensieren und ist in der Konsequenz dann auch chancenlos.Dass der Kader des SCP aufgrund der finanziellen Verhältnisse auf Kante genäht ist, weiß jeder, der sich mit diesem Klub beschäftigt. Der Paderborner Zweitligist ist aber nicht konkurrenzfähig, wenn neben den beiden erfolgreichsten Torschützen Edmond Kapllani (Kreuzbandanriss) und Sören Brandy (Oberschenkelzerrung) auch noch Leistungsträger wie die lange verletzten Daniel Brückner und Gaetano Manno weit von ihrer Normalform entfernt sind. Am Samstag machte der erkrankte Spielmacher Enis Alushi die Ausfallliste noch länger. Von ihm war gar nichts zu sehen.
Die Mannschaft mühte sich zwar redlich, konnte die Bilanz der gewonnenen Zweikämpfe mit 50 Prozent zumindest in der Statistik noch offen gestalten. Aber die Paderborner ließen dem Liga-Achten über die gesamten 90 Minuten zu viel Raum, störten ihn erst, wenn er den Ball schon hatte und liefen deshalb den Gästen fast ständig hinterher. Die Folgen waren später auch in der Spielstatistik sehr gut abzulesen: Bei Ballbesitz (59 Prozent), gelungenen Zuspielen (72 Prozent) und Schüssen in Richtung Tor des Gegners (17:7) waren die Alemannen turmhoch überlegen.
Gäste-Kapitän Benjamin Auer sprach hinterher ganz elegant von einem »seriösen Sieg« und meinte damit die überraschend hohe Dominanz. »Bei uns hat es heute nicht geklappt. Wir haben keinen Zugriff auf den Gegner bekommen«, sagte Paderborns Trainer Andre Schubert. Der wollte aber deshalb nicht gleich alles infrage stellen: »Ich möchte mal meinen Kollegen Peter Hyballa hören, wenn er gleichzeitig auf Stieber und Auer verzichten muss.«
Der angesprochene Zsoltan Stieber war Aachens bester. In Durchgang eins lief jeder Angriff über seine linke Seite. Nach einem Eckball von Kevin Kratz (7.) traf er auch zur frühen 1:0-Führung. Die konnte David Jansen (10.) mit seinem ersten Zweitligator zwar noch egalisieren, doch die Torgarantie in Person von Benjamin Auer (29.) brachte die Alemannen noch vor der Pause mit ihrem 15. Saisontor erneut in Front.
Das war hochverdient, die Weichen standen damit früh auf Auswärtssieg Nummer vier. Wobei Sören Gonther (31.) das Blatt noch hätten wenden können. Nach einer Flanke von Philipp Heithölter fehlte dem Verteidiger aber fünf Meter vor dem Tor der Gäste die nötige Ruhe. Er schoss den Ball übers Tor und vergab damit Paderborns beste Gelegenheit. Von einer Schlüsselszene wollte Schubert zwar nicht reden, meinte aber: »Die Partie stand auf des Messers Schneide. So etwas kann entscheidend sein, denn hier war die Chance da, das Spiel wieder offener zu gestalten.« Paderborns zweiter grober individueller Fehler war dann entscheidend: Nach einem Distanzschuss von Shervon Radjabali-Fardi (61.) hatte SCP-Keeper Daniel Masuch freie Sicht, ließ den Ball aber zum 1:3-Endstand passieren.
Die Körpersprache der Spieler sagte danach alles, die Resignation war fast greifbar. Entsprechend reagierte Schubert. Mit Enis Alushi und Florian Mohr nahm er zwei Spieler vom Feld, die mit vier Gelben Karten belastet sind, denn zusätzliche Sperren kann sich der SC Paderborn angesichts der Ausfälle und des anstehenden OWL-Derbys bei Arminia Bielefeld am Samstag nicht auch noch leisten.
Westfalen-Blatt Artikel vom 21.02.2011
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