SC Paderborn verlangt dem FC Augsburg alles ab - Masuch pariert Elfmeter
Paderborn (WB). Mit einer tollen Moral hat der SC Paderborn Tabellenführer FC Augsburg um den Sieg gebracht und sich einen Punkt erkämpft. Augsburg ist nach dem 1:1 seit elf Spielen unbesiegt, für Paderborn war es der erste Zähler im neuen Jahr.Da lag sogar der zweite Treffer in der Luft: Paderborns Edmond Kapllani scheitert an Simon Jentzsch.
Gegenüber dem 0:1 zum verspäteten Rückrundenauftakt am vergangenen Dienstag in Aue hatte Paderborns Cheftrainer Andre Schubert seine Startelf gleich auf drei Positionen verändert. Anstelle des verletzten Christian Strohdiek sowie Sören Brandy und Philipp Heithölter liefen Kapitän Markus Krösche, Gaetano Manno und Rolf-Christel Guie-Mien von Beginn an auf. Bei den Gästen stand Torjäger Michael Thurk, der sich beim 2:0 am Sonntag gegen den FC Ingolstadt am Sprunggelenk verletzt hatte, nach einer Wunderheilung auf einmal doch zur Verfügung. Zudem änderte Schubert das System von 4-4-2 auf 4-2-3-1.
Beide Teams waren dennoch sehr offensiv ausgerichtet und zwei der bereits Genannten sorgten nach nur zehn Minuten für den ersten Höhepunkt. Mohr, aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung gerückt, schoss bei einem Klärungsversuch Stephan Hain an, der passte zu Thurk und dieser zögerte nicht lange und hämmerte den Ball am chancenlosen Daniel Masuch im SCP-Tor vorbei unter die Latte ins kurze Eck - 0:1.
Jetzt sprach vieles für die Gäste. Doch anstatt gegen verunsicherte und harmlose Paderborner früh für klare Verhältnisse zu sorgen und den Vorsprung zu erhöhen, verwaltete Augsburg das Ergebnis - und wurde bestraft. In der 32. Minute machte Mohr seinen Fehler wieder gut und köpfte einen Freistoß von Enis Alushi (Foul von Augsburgs Kapitän Uwe Möhrle an Manno) vorbei an Keeper Simon Jentzsch ins Netz. Ein Ausgleich aus dem Nichts, der die Kräfteverhältnisse auf dem Platz umdrehte.
Paderborn bekam Oberwasser, war jetzt wesentlich selbstbewusster und bis zur Pause die bessere Mannschaft. Der Ball lief deutlich flüssiger und nach schöner Kombination über mehrere Stationen hätte Manno vier Minuten nach dem 1:1 fast einen draufgesetzt. Doch der Schuss des Deutsch-Italieners, der zum ersten Mal seit dem 26. November überhaupt wieder ran durfte, ging knapp links am Tor vorbei. Das Remis hatten sich die Hausherren zu diesem Zeitpunkt längst verdient.
Genau so ging es auch nach dem Wechsel weiter. Paderborn drängte auf das 2:1. Ausgerechnet die Augsburger Leihgabe Edmond Kapllani war in der 53. Minute nah dran, doch Jentzsch kratzte dessen Kopfball gerade noch aus der Ecke. Paderborn war am Drücker, aber Augsburg bekam elf Minuten später die Mega-Möglichkeit zur erneuten Führung. Nach einem Foul von Alushi an Moritz Leitner entschied Schiedsrichter Michael Weiner sofort auf Elfmeter. Doch Thurk scheiterte an Schlussmann Masuch.
Das war der Auftakt für einen offenen Schlagabtausch. Innerhalb von 300 Sekunden gab es fünf weitere dicke Chancen. Torsten Oehrl (66.) und Hain (67.) vergaben für die bayrischen Schwaben, Mohr (68.) und Kapllani (70.) für die Ostwestfalen. Den Torschrei schon auf den Lippen hatten die SCP-Fans in der 71. Minute, als Kapllani den Ball an Jentzsch, aber auch am Tor vorbei schob. Beide spielten jetzt auf Sieg, wollten gewinnen. Einen Verlierer hatte die mittlerweile sehr unterhaltsame Zweitliga-Partie längst nicht mehr verdient. So blieb es beim korrekten Unentschieden.
Westfalenblatt Artikel vom 22.01.2011
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