Paderborn steht für Titel und Triumphe

Paderborn (WB). Es war der schönste Start ins Sportjahr 2011: Mehr als 1000 Ballbesucher feierten am Samstagabend ausgelassen die Paderborner Sportler des Jahres 2010. Mit dem Sportschützen Gregor Lütkevedder gab es aber nur ein neues Gesicht. Die Dressurreiterin Fabienne Lütkemeier sowie der SC Paderborn als Mannschaft des Jahres verteidigten ihre Titel.

Paderborn steht für Titel und Triumphe - doch als Paderborns Volleyball-Legende Toni Rimrod zum ersten Mal mit den Erfolgen des Sportlers des Jahres konfrontiert wurde, dachte er an einen Skifahrer: Gregor Lütkevedder (SSV St. Hubertus Elsen) wurde 2010 nicht nur Vize-Weltmeister und Deutscher Meister, er gewann auch den Alpen-Cup. In seiner Laudatio ging Rimrod darauf ein, besonders beeindruckte den früheren Nationalspieler aber, dass sich der Sportschütze auch von technischen Problemen nicht aus der Ruhe bringen lässt: »Er hatte im Wettkampf zweimal eine Ladehemmung. Das ist so, als wenn man 100 Meter Kraul ohne Wasser schwimmt oder die Formel 1 ohne Benzin fährt.«
Lütkevedder selbst zeigte sich von der Ehrung überrascht und wäre um ein Haar auch gar nicht gekommen: »Mein Präsident hat mich gefragt, ob ich am 15. Januar Zeit habe und tanzen kann. Ich musste zweimal passen. Ein paar Tanzschritte habe ich dann in einem Crash-Kurs gelernt und den Kader-Lehrgang noch abgesagt.«
Der frühere Zehnkampf-Weltrekordler Kurt Bendlin durfte die dreifache Dressur-Europameister Fabienne Lütkemeier auszeichnen. Für den 68-Jährigen war es ein »Sprung ins kalte Wasser«, für die 21-Jährige vom Reit- und Fahrverein Paderborn fast Routine. Die Freude stand ihr dennoch ins Gesicht geschrieben: »Das Jahr 2010 war der Wahnsinn. Jetzt wieder hier oben zu stehen, toppt alles. Denn Paderborn hat so viel hochklassigen Sport in den unterschiedlichsten Sportarten zu bieten, da ist dieser Preis auch beim zweiten Mal noch etwas ganz Besonderes für mich.«
Die beiden Sportler des Jahres sind dem Juniorenalter entwachsen und starten 2011 erstmals bei den Senioren, die Mannschaft des Jahres ist dagegen im Profisport längst angekommen: Mit Platz fünf der 2. Liga sorgte der SC Paderborn als Neuling für die Überraschung der Saison 2009/2010. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Linnemann bekannte sich in seiner Rede nicht nur zum SCP, er stellte den Klub auch an die Spitze: »Mit 600 Millionen Medienkontakten ist dieser Verein Imageträger Nummer Eins der Sportstadt Paderborn.« Der 33-Jährige, selbst in der Bundestagsmannschaft aktiv (Linnemann: »Natürlich als Rechtsaußen«) verriet auch noch etwas aus seinem Leben als Abgeordneter in Berlin: »Am schönsten ist der Montagmorgen, wenn ich nach dem Zweitligaspieltag auf die Bundestagskollegen aus Bielefeld treffe.«
Erst wurde geehrt, dann kam die Show - der leicht veränderte Ablauf zahlte sich aus. Der Geräuschpegel hielt sich während der Reden in Grenzen, gewohnt souverän führte der Mann am Mikro durch das Programm. Besonders viel Spaß hatte Jürgen Lutter, wenn er Ball-Besucher ins Rampenlicht rückte, die damit nicht unbedingt rechneten. So zum Beispiel Asif Saric. Der Co-Coach des SC Paderborn wurde kurzerhand auf die Mitte der Bühne gebeten, dann schmetterten die Partygäste ein kräftiges »Happy Birthday«. Der Bosnier feierte am Samstag seinen 46. Geburtstag.
Die Paderhalle war zwar nicht so üppig dekoriert, wie in den Jahren zuvor. Dafür wurde den Gästen schon vor Beginn richtig eingeheizt: Die neue Heizungsanlage bewies damit, dass sie auch eine große Halle in eine Wohlfühloase verwandeln kann. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Zeit »tanzte« davon. Die bunte Mischung aus Sport, Politik und Wirtschaft sorgte für eine unbeschwerte Ballnacht und machte den Sportlerball zu dem, was er eigentlich ist: Ein Familienfest des Paderborner Sports.

Westfalenblatt-Artikel vom 17.01.2011



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