Padercup: Pokal für Mainz, Respekt für den SCP

Paderborn (WB). »Jetzt wollen wir auch ins Finale«, hat Paderborns Trainer Jörg Müller vor dem Halbfinale des 23. Volksbank-Padercups gegen den FSV Mainz 05 gesagt. Das haben die Gastgeber geschafft, allerdings nur bis ins kleine Endspiel um Platz drei. Das große Finale haben die 05er und der FC Schalke 04 bestritten. Mit 7:5 gewann der Vorjahresdritte aus Mainz.
Als die Mainzer gestern Abend »Humbahumba Täterä« anstimmten und rund um den Pokal tanzten, da endete ein an Spannung und Überraschungen reiches B-Junioren-Turnier und ein historisch bedeutendes: Mit 4776 Zuschauern war es der best besuchte Padercup jemals. Die Fußballfans fieberten im Finale mit den technisch stärksten Mannschaften des Turniers. Die stellten mit Connor Krempicki (Schalke) den besten Torschützen und mit Tim Fahrenholz (Mainz) den besten Spieler.
Bester Torhüter wurde Kevin Schlüter vom Vorjahressieger Arminia Bielefeld, der sich mit dem dritten Platz zufrieden geben musste. Vierter wurde der SC Paderborn, der das letzte Spiel trotz Treffern von Julian Lindemann, Hendrik Müller und Jannik Bandowski mit 3:5 verlor.
Den Gastgebern war das egal. Sie waren mit Platz vier vollauf zufrieden: »Wir haben ein Super-Turnier gespielt und wollten besser abschneiden als im Vorjahr. Da waren wir Siebter«, war SCP-Trainer Jörg Müller begeistert vom Einsatz seiner Jungs, die als klassenniedrigstes Team zuvor die Bundesligisten aus Dortmund, Köln, Karlsruhe, Hamburg, Frankfurt und Hannover hinter sich gelassen hatten.
Dabei begann das hochklassige B-Junioren-Turnier alles andere als vielversprechend für den SCP: Der musste zum Turnierauftakt eine 0:3-Niederlage gegen Padercup-Verteidiger Arminia Bielefeld hinnehmen. »Da war der Druck vor der gigantischen Kulisse zu groß. Die Jungs waren nervös. Das ist ja auch ein Riesenturnier«, wusste SCP-Trainer Jörg Müller die Niederlage einzuordnen. Gegen Turnierneuling Hamburger SV präsentierten sich die Gastgeber schon anders, mussten sich aber trotz Treffern von Steffen Friedrich sowie je einem Doppelpack von Ahmed Aydincan und Hendrik Müller Sekunden vor Schluss mit 5:6 geschlagen geben. Spannung vom Feinsten! Um doch noch in die Vorschlussrunde zu kommen waren nun aber zwei Siege fällig. Die Paderborner mussten zeigen, was sie können - und das ist viel: Wie im Rausch schossen sie sich zum 6:1 über Eintracht Frankfurt und zum 4:0 über den 1. FC Köln - und damit ins Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Mainz, die mit zehn Punkten die beste Vorrunde aller Teams spielten.
In der Gruppe B qualifizierte sich zudem der FC Schalke 04, der zwar punktgleich mit dem Borussia Dortmund war, aber das bessere Torverhältnis hatte. Torreich waren die letzten vier Spiele, in denen 35 Tore fielen.
FSV-Coach Meikel Schönweitz freute sich für seine Spieler: »Meine Jungs waren schlagend kaputt. Die haben alles rausgehauen.« Ein Lob gab's für die Paderborner: »Denen hätte ich den Sieg gegönnt. Wie die nach zwei Niederlagen zurückgekommen sind. Toll.«

Westfalen-Blatt Artikel vom 10.01.2011



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