Ex-Weltranglistenerster siegt für den PSC und übersteht einen Autounfall unbeschadet
Paderborn (pk). Es soll der Höhepunkt der Saison werden und er wird es. »Das war ein super Bundesligaspieltag für uns«, sagte Andreas Preising, Präsident des Paderborner Squash Club. Damit meinte Preising das Heimspiel am Freitag gegen Koblenz. Dem positiven Unentschieden gegen den Tabellenführer ließ der Meister am Sonntag ein ungefährdetes 4:0 bei Aufsteiger Hamborn folgen.
Das war das I-Tüpfelchen, zufrieden mit dem Wochenende war Preising aber schon nach dem ersten Spiel. 250 Zuschauer wollten im proppevollen Ahorn-Squash das Comeback von Peter Nicol erleben. Doch dazu später. Da der PSC auf den Einsatz von Norman Junge verzichtete, rückte der ehemalige Weltranglistenerste von Position drei auf zwei und war erst ganz am Ende an der Reihe. »Wir haben uns am Spieltag entschieden, Norman Junge eine Pause zu geben, damit der sich ganz auf das Duell am Sonntag gegen Rudi Rohrmüller konzentrieren kann. Das ist wichtig für uns und auch wichtig für die Nationalmannschaft«, begründete Preising diese Personalie.
Apropos Nationalmannschaft. Den Auftakt am Freitag machte Paderborns Youngster Cederic Lenz gegen Bundestrainer Oliver Pettke. »Cederic hat gute Ansätze gezeigt, aber der Respekt vor dem Bundestrainer war unübersehbar groß. Es ist leider so gekommen, wie wir es befürchten mussten«, kommentierte Preising die glatte 0:3-Niederlage seines Schützlings.
Zum Paderborner Matchwinner wurde dann trotz Niederlage Friedrich Scheel. Die Nummer eins der PSC-Reserve in der Zweiten Bundesliga, der seit langer Zeit mal wieder in der Ersten Bundesliga zum Einsatz kam, holte gegen Johannes Voit zwei Sätze und hatte nach einer 2:0-Satzführung sogar Chancen auf den Sieg. »Friedel hat super gespielt und auch, wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat, waren seine zwei gewonnenen Sätze Gold wert«, sagte Preising. Denn dadurch hatte der PSC bei den Sätzen die Nase vorn (8:7) und bekam für das Unentschieden zwei Punkte.
Großen Anteil daran hatte einmal mehr Simon Rösner, der den Franzosen Renan Lavigne deutlich mit 3:0 in Schach hielt. »Simon hat so gespielt, wie man Weltklasse-Squash spielen muss: nach vorne und ungemein aggressiv«, lobte Preising.
Jetzt war klar dass ein 3:1-Sieg von Peter Nicol gegen Stefan Leifels Paderborn zu einem gewonnenem Unentschieden reichen würde. Und genau so kam es im Duell der beiden ehemaligen Weggefährten im PSC-Dress. »Stefan hat gut gespielt und Peter musste zwischendurch ganz schön pumpen. Aber er hat es geschafft, uns ein Wunschergebnis zu bescheren«, bilanzierte Preising. Nicol gewann, auch zur Freude seiner Freundin Jessica und seiner inzwischen 89-jährigen deutschen Oma Irmgard Konopka aus Northeim bei Göttingen. Am Samstag trainierte der Engländer dann noch eine Stunde mit den PSV-Jugendlichen und begeisterte alle. »Peters Auftritt insgesamt war ein Highlight. Er hat nach wie vor eine tolle Ausstrahlung«, so Preising.
Doch am gestrigen Sonntag hätte das Wochenende für den PSC und Nicol fast eine dramatische Wendung genommen. Auf der Fahrt von Northeim (dorthin hatte er am Samstagabend seine Oma zurückgebracht) zum Treffpunkt nach Paderborn kam Nicol auf der Autobahn 44 bei Marsberg auf regennasser Fahrbahn ins Schlingern und drehte sich mit seinem Auto. Zum Glück überstanden er und seine Freundin den Unfall unbeschadet. Trotz dieses Schocks trat Nicol in Hamborn an. Im Vorfeld hätte sich Preising in Duisburg gut mit einem Ergebnis wie gegen Koblenz anfreunden können, doch es wurde »grandios«. Schon vor dem abschließenden Vergleich von Junge gegen Rohrmüller war die Entscheidung zugunsten des PSC gefallen, Cederic Lenz hatte mit einem knappen 3:2 gegen Marc Hörning die Weichen gestellt, Peter Nicol und Simon Rösner zogen mit jeweils souveränen 3:0-Erfolgen gegen Raphael Kandra und Bart Ravelli nach. Junge unterstrich dann seine WM-Ambitionen und revanchierte sich gegen Rohrmüller für seine Schlappe bei der Deutschen Rangliste in Berlin.
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