SCP:Angriff und Abwehr schwächeln
Bochum (WV). An seiner Schiedsrichter-Kritik hält Paderborns Trainer fest. Doch Andre Schubert will daran allein die letzten beiden punkt- und torlosen Partien nicht festmachen. Sein Fazit: »Uns fehlt es an Durchschlagskraft.«
Am heutigen Montag beginnt die Vorbereitung auf das Duell beim VfL Osnabrück (Freitag, 18 Uhr) mit einem Rückblick auf das 0:3 gegen den VfL Bochum. »Wir können nicht alles nur auf irgendwelche Entscheidungen schieben. Wir haben in Bochum nach vorne zu wenig Akzente gesetzt. Das muss besser werden«, sagte Schubert. Edmond Kapllani will er da aber nicht besonders in die Pflicht nehmen: »Es ist schwer, die Leistung von Edmond speziell in den vergangenen Spielen zu bewerten. Denn zuletzt haben wir 100 Minuten in Unterzahl gespielt.« Deshalb spricht Schubert die gesamte Offensive an: »Auch unser Mittelfeld muss viel schneller nachrücken.«
Mit der Offensive ist Schubert nach zwei torlosen Spielen unzufrieden, Paderborns Rotflut hat aber auch zu einer Torflut geführt. Nach dem 0:4 gegen Fürth und dem 0:3 gegen Bochum fallen mit den gesperrten Christian Strohdiek und Markus Palionis am Freitag in Osnabrück gleich zwei Defensive aus. Deshalb muss Schubert seine Viererkette erneut umstellen.
In Bochum hatte sich der Coach für Markus Palionis als Strohdiek-Ersatz entschieden und damit gegen Toni Wachsmuth. »Markus hatte zuletzt den stärkeren Eindruck auf mich gemacht. Er war in den Zweikämpfen präsenter und sein Kopfballspiel ist bei seiner Körpergröße sowieso besser«, begründete Schubert, der bis zum Platzverweis auch mit der Leistung des Litauers zufrieden war: »Markus hat das sehr, sehr ordentlich gemacht und insgesamt ein gutes Spiel gezeigt.«
Überrascht von dieser Personalie war Wachsmuth. Der 24-Jährige, der in dieser Saison erst viermal zum Einsatz kam (Gesamtspielzeit: 136 Minuten), hatte insgeheim damit gerechnet, dass er nach der Sperre für Strohdiek in die Startelf rutschen würde. Nicht auf der Position des Innenverteidigers, aber schon auf der rechten Seite. »Der Trainer hat sich leider anders entschieden, das muss ich akzeptieren«, sagt Wachsmuth, der bislang 23-mal in der 2. Liga zum Einsatz kam.
Wachsmuth wird in dieser Woche einen neuen Versuch starten, sich im Training anbieten und möchte parallel auch mit dem Trainer über seine Situation sprechen. Schubert selbst wollte sich zur neuen Besetzung seiner Abwehrreihe aber noch nicht äußern: »Das ist viel zu weit weg.« Gleichzeitig brachte er aber auch noch einen anderen Namen als mögliche Alternative ins Spiel: »Ich werde auch mal abwarten, wie fit Jens Wemmer Ende der Woche ist.« Der schnelle Rechtsfuß fällt wegen eines Muskelfaserrisses bereits seit drei Wochen aus.
Doch trotz der Kritik an der eigenen Elf - die Leistung der Schiris ist Schubert weiter ein Dorn im Auge: »Im Moment wird alles, was gegen uns entschieden werden kann, auch gegen uns entschieden. Wenn ich die gesamte Saison so sehe, ist es deshalb erstaunlich, dass wir schon 16 Punkte gesammelt haben.«
Westfalen-Blatt Artikel vom 29.11.2010
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