Teenager Lars Wendt düpiert den Spitzenreiter: Baskets bezwingen Würzburg mit 85:76

webmoebel-baskets Paderborn (WV). Sieben Niederlagen in Serie; sieben Mal der Verweis darauf, dass dieses junge Team trotzdem viel Potenzial habe; sieben Mal immer mehr Zweifel und dann das: Ausgerechnet gegen den Tabellenersten S.Oliver Baskets Würzburg beendet der Tabellenletzte Webmoebel Baskets die Albtraumserie. 85:76. Erster Heimsieg im vierten Anlauf.
Saison übergreifend ist es für den BBL-Absteiger sogar der erste Heimsieg im 13. Anlauf. Zwischen dem 65:64 gegen die Giants Düsseldorf am 6. Januar dieses Jahres und diesem Coup gegen den Aufstiegskandidaten lagen zwölf Niederlagen und mehr als zehn harte Monate für die leidensfähigen Paderborner Anhänger. 1100 hatten sich auch von der eindeutigsten aller Tabellenkonstellationen nicht vom erneuten Kommen abbringen lassen und wurden belohnt. Die erste Feier seit Ewigkeiten und gefeiert wurde vor allem ein Trio. Zum einen Topscorer Draelon Burns, der im dritten Spiel nach seiner Verpflichtung erstmals vollauf überzeugte, 27 Punkte erzielte und vorbildlich viel Verantwortung übernahm, zum anderen und vor allem die Baskets-Zwillinge Lars und Ole Wendt. »Unsere erste Regel war es, Würzburgs überragenden Pointguard Lee Jeka zu kontrollieren und da haben sich die beiden ein riesiges Kompliment verdient. Die Wendt-Zwillinge haben einen unglaublichen Job gemacht«, sagte Paderborns neuer Headcoach Thomas Glasauer. In Hälfte eins (sechs Punkte) nahmen die beiden gerade 18-Jährigen Würzburgs Besten komplett aus dem Spiel, in der zweiten gelang Jeka mehr (13 Punkte), aber kein einziger Zähler, für den er sich nicht hätte verausgaben müssen. Die Wendts kletteten sich an den »vielleicht besten Spielmacher der Liga« (O-Ton Glasauer), einer der Wendts stellte Jeka sogar mit dem Ball in den eigenen Händen in den Schatten. 21 Sekunden vor Schluss trifft Lars einen Dreier zum 81:75, sechs Sekunden später zwei Freiwürfe zum 83:75, und der coole Kieler krönt seine Leistung mit dem Gipfel der Dreistigkeit: Als die Würzburger bei einem Einwurf alle Passwege zumachen, spielt er Doppelpass mit dem Rücken von - natürlich - Jeka, nimmt den Ball wieder in Empfang und macht sich grinsend auf in Richtung Mittellinie. Lars Wendt macht den Spitzenreiter lächerlich. »Das war schon verdammt frech«, stellte Sportdirektor Dirk Happe schmunzelnd fest. Frechheit siegt - und damit auch die Baskets. »Das alles ist unbeschreiblich. Der Dreier war der wichtigste Wurf meiner Karriere«, sagte Lars Wendt, dachte an seinem Abend aber weniger an sich als vielmehr an sein Team: »Nach den harten Wochen tut dieser Sieg uns allen unglaublich gut. Den haben wir extrem dringend gebraucht.« Es ist das Ende eines sieben Niederlagen langen Albtraums. Anschließend muss niemand mehr darauf verweisen, dass dieses junge Team viel Potenzial habe. Das haben alle gesehen.

Artikel vom 22.11.2010



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