SCP:Paderborn schlägt sich fast selbst
Paderborn (WB). Eine Rote Karte, ein Verletzter und die höchste Saisonschlappe: Schwärzer kann ein Fußballspiel nicht verlaufen, als es Zweitligist SC Paderborn nach zwei Siegen beim 0:4 gegen Greuther Fürth erlebt hat.
Doch anders als vor gut zwei Monaten beim 1:2 in Karlsruhe, als sich die Paderborner nachvollziehbar über die spielentscheidenden Fehlleistungen von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beschwerten, konzentrierten sie sich am Samstag auf eigene Unzulänglichkeiten. »Wir waren zu naiv und haben uns selbst geschlagen«, fasste Kapitän Markus Krösche sich und die Seinen an die eigene Nase. Auch sein Trainer ließ den Unparteiischen Manuel Gräfe aus Berlin außen vor: »Seine Entscheidungen kommentiere ich nicht. Ich kümmere mich lieber darum, was wir selbst falsch gemacht haben.«
Damit hatte der 39-Jährige genug zu tun. Es begann mit einer Riesenchance von Rückkehrer Gaetano Manno in der sechsten Minute, die das Spiel in eine andere Richtung hätte lenken können. Das tat dann umgekehrt die Rote Karte von Christian Strohdiek in der 35. Minute nach einer Notbremse gegen Bernd Nehrig. »Christian darf in dieses Eins-gegen-Eins-Duell gar nicht kommen«, kritisierte Schubert die komplette Defensive. Beim Fürther Führungstor durch Nehrigs Elfmeter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sah Jukka Raitala ganz schlecht aus und brachte seinen Torwart Daniel Masuch in den folgenschweren Zweikampf mit Nicolai Müller. »Da muss Jukka den Ball nur entschlossen weghauen«, sagte Schubert. Gräfe hätte aber auch bei Strohdiek Gelb zeigen und auf den Strafstoßpfiff verzichten können.
Zu Zehnt im Rückstand, da waren die Weichen gestellt, fünf Minuten nach der Pause war der Paderborner Punktezug endgültig abgefahren. Asen Karaslavov (48.) und Sercan Sararer (50.) trafen, Müller setzte den Schlusspunkt. »Beim zweiten Tor fehlt uns die Kopfballstärke von Christian Strohdiek, beim dritten und vierten sieht Sören Gonther nicht glücklich aus«, sagte Schubert. Speziell beim 0:3 hatte sich Gonther bei einem Rückpass total verschätzt. Neben den individuellen Fehlern bemängelte der SCP-Coach die fehlende Konsequenz: »Nur mit Fußball spielen geht es nicht.« Als wären Ergebnis und Platzverweis nicht Strafe genug, musste Paderborn die letzten zehn Minuten zu Neunt bestreiten. Schubert hatte schon dreimal gewechselt, als Enis Alushi verletzt passen musste. Eine Röntgenaufnahme im Krankenhaus ergab eine Rippenprellung, heute gibt es noch eine Kernspinuntersuchung.
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Artikel vom 22.11.2010
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