Glasauers Debüt missglückt: Webmoebel Baskets verlieren in Chemnitz mit 70:75

webmoebel-baskets Paderborn (en). Ein neuer Trainer, das alte Ergebnis: Auch im ersten Spiel unter der Regie von Headcoach Thomas Glasauer haben die Webmoebel Baskets ihre Niederlagenserie nicht beenden können. Nach dem 70:75 (28:35) beim BV Chemnitz 99 ist diese schon sieben Zweitliga-Partien lang.
»Ich habe ja gesagt, dass man nach nur dreieinhalb Trainingstagen kein Wunder erwarten soll. Ich kann aber keinem der Jungs einen Vorwurf machen. Sie haben von Anfang bis Ende gekämpft, aber letztlich hat mit Chemnitz das gefestigtere Team verdient gewonnen«, sagt der Gacaev-Nachfolger. Der hatte schon mit der Nominierung der Starting Five ein Zeichen gesetzt, indem er erstmals den 19-jährigen Dominik Malinowski in die Anfangsformation beorderte. »Dominik hat sich das durch seine starken Trainingsleistungen verdient«, sagte der Coach, der dem talentierten Teenager dann aber doch nur vier Minuten Einsatzzeit zumutete. Malinowski war allerdings nicht der Einzige, der die vielversprechenden Leistungen in den ersten Übungseinheiten unter Glasauer nicht eins zu eins ins Ligageschehen transportierte. Vor allem in der Offensive läuft beim Zweitliga-Schlusslicht weiterhin drittligareif wenig zusammen. »Da gibt es noch eine ganze Menge zu tun«, sagt der Baskets-Trainer, was Zahlen belegen. Eine soll genügen: Die Dreierquote lag wieder bei 16 Prozent. Nur drei der 19 Versuche fanden ihr Ziel. Allein, weil die Gastgeber von der Freiwurflinie einen ebenso schwachen Tag erwischt hatten, blieben die Gäste bis zu den Schlussminuten im Rennen. In der 39. sprang beim Stand von 68:68 zunächst ein Dreierversuch von Lars Wendt wieder aus dem Korb, ehe es wenig später einen vorletzten Angriff zu sehen gab, der stark an das Ende der Partie in Jena erinnerte. KeJuan Johnson brachte beim Stand von 70:73 den Ball nach vorne und sollte diesen entweder Draelon Burns oder Kyle Roemer abliefern, doch dazu kam es nicht. »KJ« verlor das Spielgerät und Paderborn damit das nächste Spiel. »Auch ihm kann ich nichts vorwerfen, zumal er in der Szene gehalten worden sein soll«, sagte Glasauer. Einen Vorwurf hatte Johnson auch deshalb nicht verdient, weil er mal wieder der mit Abstand effektivste Akteur des Ligaletzten war. Mit 24 Punkten und elf Rebounds verbuchte er sein zweites Double-Double. »Vor allem in der zweiten Halbzeit war KeJuan kaum noch zu stoppen, aber im Alleingang gewinnst du kein Spiel. Da muss bei uns in der Breite wesentlich mehr kommen«, sagt der Coach. Offensiv bekam Johnson nur Unterstützung von Trey Hampton (19) und Benjamin Fumey (12). Die restlichen sieben Spieler brachten es zusammen auf viel zu bescheidene 15 Punkte.
Während die Baskets im achten Spiel zum achten mal den Reboundvergleich verloren (37:39), machte Glasauer aber doch zumindest einen Fortschritt aus: »Die Verteidigung war über weite Phasen richtig gut. Vor allem unser Plan, den Amerikaner Gary Johnson aus dem Spiel zu nehmen, ist voll aufgegangen. Mit zwei Punkten war der kein Faktor.« Gewinn bringend war aber auch diese Maßnahme nicht und derweil die Baskets weiter verlieren, dreht die Kellerkonkurrenz mächtig auf. Die ETB Baskets Essen bezwangen überraschend die bis dahin erst einmal geschlagenen Osnabrücker und verließen mit ihrem zweiten Saisonsieg die Abstiegsplätze. »Essen hat es vorgemacht. Vielleicht gelingt uns so ein Befreiungsschlag ja im nächsten Spiel gegen Tabellenführer Würzburg. Das wäre mental extrem wichtig«, sagt Glasauer.

Westfalenblatt Artikel vom 15.11.2010



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