SC Paderborn holt sich beim Schlusslicht FC Ingolstadt die ersten Auswärtspunkte
Ingolstadt (WB). Nicht gut gespielt, aber endlich drei Punkte auf des Gegners Platz mitgenommen: Mit 2:1 (1:0) hat der SC Paderborn gestern beim FC Ingolstadt gewonnen und damit den Bann gebrochen: erster Auswärtssieg der Saison 2010/2011.
»Das war heute ein sehr, sehr wichtiger Sieg, denn wir werden nicht alle 40 Punkte, die wir für den Klassenerhalt brauchen, zuhause holen«, sagte Paderborns Trainer Andre Schubert. Mit dem Ergebnis war der Coach zufrieden, mit der Leistung seiner Elf nicht: »Wir haben auswärts schon besser gespielt, sind aber nicht belohnt worden. Aber für das Spektakel im Stadion muss die Heimmannschaft auch schon selber sorgen.« Benno Möhlmann, seit einer Woche in Ingolstadt im Amt, gab zerknirscht zu: »Mein Einstand ist misslungen. Wir waren viel zu harmlos.«
Die Paderborner Start-Elf war keine Überraschung. Trotz der bis dato punktlosen Auswärts-Auftritte blieb Schubert seiner Linie der vergangenen Wochen treu: Die Elf, die zuvor einen überzeugenden Heimsieg verbucht, darf auch in der Fremde noch einmal ran.
Eine Maßnahme, die sich schnell auszahlte. Denn genau wie gegen die Hertha besorgte Markus Krösche mit einem Elfmeter die Führung. Nach Freistoß von Daniel Brückner riss Marko Futacs im eigenen Strafraum den aufgerückten Innenverteidiger Florian Mohr um. Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt. Den Strafstoß verwandelte der Kapitän (8.) zum 1:0. Für die erste Paderborner Führung in der Fremde musste Krösche aber zweimal antreten. Beim ersten Schuss ins linke Ecke hatte Welz den Elfer noch nicht freigegeben.
In der Folgezeit wurde deutlich, warum der SCP bis dato die schwächste Auswärtsmannschaft war und warum in Ingolstadt jetzt das Schlusslicht der Liga brennt. Die Gastgeber spielten harmlos, leidenschaftslos und konzeptlos. Der SCP konnte das aber nicht ausnutzen. Denn das Offensivspiel der Ostwestfalen glich einem Fehler-Festival: 80 Prozent der entscheidenden Zuspiele in des Gegners Hälfte verfehlten ihr Ziel.
So gab es in Durchgang eins nur noch zwei nennenswerte Szenen, beide spielten sich innerhalb einer Minute im Paderborner Strafraum ab. Zunächst verfehlte Moritz Hartmann (30.) mit einem Kopfball knapp das Tor. Nur 60 Sekunden später narrte Futacs den leicht angeschlagenen Philipp Heithölter (Oberschenkelprobleme), doch Daniel Masuch war auf dem Posten und konnte den scharfen Schuss noch zur Ecke abwehren.
Nach der Pause ließ sich der SCP zwar sehr viel weiter in die eigene Hälfte drängen, hatte aber in Person von Edmond Kapllani (70.//73.) noch zwei gute Kopfballchancen. Dabei kam nichts Zählbares heraus, deshalb wurde die Schlussphase noch richtig turbulent. Zunächst war es der eingewechselte Sören Brandy (88.), der zum 2:0 traf. Zwei Minuten später lief der SCP auf des Gegners Platz in einen Konter und Stefan Leitl (90.) verkürzte auf 1:2. Dabei blieb es, obwohl Daniel Brückner in der Nachspielzeit die Zitterpartie vor den Abpfiff hätte entscheiden müssen. Nach Zuspiel von Krösche steuerte er allein und mit hohem Tempo auf Sascha Kirschstein zu, entschloss sich dann aber zu schießen, statt den Keeper in aller Ruhe auszuspielen. Ein Fehlschuss, der ohne Folgen blieb. Das 2:1 reichte zum ersten Paderborner Auswärtssieg.
Artikel vom 15.11.2010
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