Neuer Trainer für die Webmoebel Baskets: Thomas Glasauer tauscht mit Artur Gacaev den Arbeitsplatz
Paderborn (WV). Montag: Sportdirektor Dirk Happe sagt, er gehe davon aus, dass Artur Gacaev auch am Dienstag noch Headcoach der Webmoebel Baskets sei; Präsident Wolfgang Walter lässt verlauten, die Kritik fokussiere sich nicht auf den Trainer. Dienstag: Gacaev ist Geschichte. Thomas Glasauer löst ihn als Trainer ab.
Bereits in der vergangenen Woche haben sich die Verantwortlichen intensiv mit diesem Trainertausch beschäftigt. Seit gestern ist er vertraglich fixiert. »Zu unserer bösen Überraschung haben die Niederlagen der vergangenen Wochen eine sportliche Situation heraufbeschworen, in der wir uns unter großem Handelsdruck sahen«, sagt Baskets-Boss Walter.
Das Kuriose an dieser nur vermeintlich plötzlichen Personalentscheidung: Erst im Sommer hatte Glasauer Gacaev als hauptamtlichen Jugendtrainer der Baskets beerbt. Jetzt ist der Nachfolger wieder der Nachfolger. Gestern Morgen wurde das Nullsummenspiel angepfiffen. Glasauer trainierte zum ersten Mal das Paderborner Pro A-Team, Gacaev kümmerte sich abends wieder um sein altes und neues NBBL-Team. Darüber hinaus wird der ehemalige russische Nationalspieler von seinem Erben auch die U 16 II sowie den Posten beim Kooperationspartner und Erstregionalligisten Accent Baskets Salzkotten übernehmen, den Glasauer trotz einiger Personalprobleme zu einem starken Start verholfen hat. »Den Salzkottener Verantwortlichen gilt unser großer Dank. Das ist gelebte Kooperation«, sagt Dirk Happe.
Am Samstag gegen Dorsten hilft Martin Krüger auf der Sälzer Bank einmal aus, ab Montag übernimmt Gacaev beim Viertligisten die Verantwortung, die er beim Zweitligisten Webmoebel Baskets nur vom 16. August bis zum 8. November dieses Jahres getragen hat. Walter und Happe legen allerdings großen Wert darauf, dass diese schwere Entscheidung nichts mit der Qualität des Trainers Artur Gacaev zu tun gehabt habe: »Niemand von uns denkt, dass wir uns mit Artur einen Sündenbock ausgesucht haben. Wir schätzen seine Arbeit sehr. Es liegt nicht an ihm oder seinen Fähigkeiten, sondern an der Konstellation. Die galt es aufzubrechen und da man eben nicht die komplette Mannschaft auswechseln kann, kam für uns nur noch dieser Schritt in Frage.«
Der Schritt weg von Gacaev und hin zu Glasauer. Wie sein Vorgänger kommt der 38-Jährige als Debütant. Erfahrungen als Headcoach eines Erst- oder Zweitligisten hat Glasauer noch nicht gesammelt. Dafür blickt er aber auf vier Spielzeiten als Assistenztrainer eines BBL-Teams zurück, drei davon in Würzburg als rechte Hand des US-Amerikaners Aaron McCarthy: »Seit der Zeit habe ich immer darauf spekuliert, mal die Chance zu bekommen, ein höherklassiges Team eigenverantwortlich trainieren zu können. Jetzt habe ich diese Chance und ich bin überzeugt davon, die Mannschaft da unten rausführen zu können. Die Erfahrung mit US-amerikanischen Spielern wird mir sicherlich helfen. Die Zeit in Würzburg hat mich sehr geprägt.« Jetzt möchte Glasauer das Spiel der Webmoebel Baskets prägen und das nicht zuletzt über ein anderes Auftreten. »Ich will mich ungern mit Artur vergleichen, aber ich bin viel extrovertierter als er. Wenn es sein muss, trete ich den Jungs auch in den Hintern. Auch an der Spielweise wird sich was ändern«, sagt Glasauer. So viel ist sicher. Offen ist, ob sich nach der Bank auch auf dem Feld noch etwas tut, ein Center oder ein Flügel verpflichtet wird. »Ich kenne die Mannschaft noch nicht so gut, als dass ich über die Spieler urteilen könnte. Jeder wird eine faire Chance bekommen«, sagt der neue Headcoach, der an diesem Samstag mit dem Auswärtsspiel in Chemnitz erstmals auf der Baskets-Bank Platz nehmen wird - und das natürlich mit dem Ziel, die Serie von sechs Niederlagen in Folge am achten Spieltag zu beenden: »Ich werde an allen Schrauben drehen und glaube fest daran, dass wir dort gewinnen können, aber man darf nach nur drei Tagen keine Wunderdinge erwarten. Realistischer ist, dass man eine Woche später im Heimspiel gegen Würzburg, auch wenn das der Spitzenreiter ist, schon einen deutlicheren Unterschied erkennen kann.«
Artikel vom 10.11.2010
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