80:94 - die Baskets brechen wieder ein

webmoebel-baskets Paderborn (WV). 20 Minuten läuft es wie gewünscht. Die Webmoebel Baskets führen gegen Rhöndorf mit 43:35. Sie führen verdient, verdienen sich Applaus. »Du führst, hast die Zuschauer hinter dir, kontrollierst das Tempo. Alles gut - was willst du mehr?«, fragt Sportdirektor Dirk Happe. Der fragt sich das, weil nach 40 Minuten nichts mehr gut ist.
Am Ende haben auch an diesem Zweitliga-Spiel im Sportzentrum Maspernplatz - von der Maspernhölle redet niemand mehr - wieder einmal nur die Gäste Gefallen gefunden. Die bejubelten einen 94:80 (35:43)-Sieg. Sieg? Für die Gastgeber verkommt dieser Begriff mehr und mehr zum Fremdwort. Siebtes Spiel, sechste Niederlage. Sechste Niederlage in Folge. Drittes Heimspiel, dritte Heimniederlage. Nach dem siebten Spieltag gibt es nur noch eine Mannschaft in der Pro A, die nicht ein Mal in eigener Halle gewonnen hat: Genau, es sind die Baskets, die Saison übergreifend ein Dutzend Heimspiele in Serie verloren haben. Der letzte Sieg wird immer älter. Elf Monate liegt das 65:64 gegen Düsseldorf vom 6. Januar nun zurück. Bitter. Bitter und rätselhaft. »Ich kann mir vieles erklären, aber beim besten Willen nicht, warum die Jungs in der ersten Halbzeit nur 35 Punkte zulassen, dann in der zweiten Hälfte aber aufhören zu verteidigen und 59 Punkte kassieren«, sagt Happe. Allein im letzten Viertel waren es 35 (22:35). Aufsteiger Rhöndorf reichte ein extrem ruhiges Händchen an der Freiwurflinie (35/39), um aus dem Weg zum dritten Saisonsieg einen Spaziergang zu machen. Absteiger Paderborn ist schon wieder unten und das vor allem auch deshalb, weil die Quoten im Keller bleiben. Drei von 16 Dreiern und neun von 17 Freiwürfen fanden ihr Ziel. »Mit 20 Prozent Dreiern und 53 Prozent Freiwürfen gewinnst du in dieser Liga kein Spiel«, sagt Coach Artur Gacaev. So viel ist ihm klar. Eine Lösung hat er nicht. Es bleibt bei viel zitierten Vermutungen: »Wir haben in fast jedem Spiel mal geführt, aber wir schaffen es nie, konstant weiter zu spielen und den Vorsprung zu halten. Man sieht, dass es den Jungs an Erfahrung fehlt.« Eine Einschätzung, die ein junges Rhöndorfer Duo beherzt widerlegte. Mit gerade 20 oder 21 Jahren ist man alles, nur kein Routinier und doch waren die zwei deutschen Dragons Jonas Wohlfarth-Bottermann (20 Jahre/15) und Fabian Thülig (21 Jahre/11) erfahren genug, um es zusammen auf 26 Zähler zu bringen.
Die nächste bittere Erfahrung für die Baskets, die jetzt nur noch das Ziel verfolgen, die bitterste zu verhindern. Das einst ausgegebene Saisonziel Top 6 ist schon längst Geschichte. Schadensbegrenzung lautet die neue Vorgabe. Weitere personelle Konsequenzen stehen im Raum. »Der Trainer muss sagen, woran es gelegen hat. Wenn eine Notwendigkeit da ist, müssen wir eben noch einen neuen Spieler holen. Denn eines darf nicht passieren: Wir dürfen nicht absteigen. Das ist das alles Entscheidende. Dafür müssen wir alles tun«, sagt Dirk Happe.
Die Nachverpflichtung Nummer eins, Draelon Burns (sieben Punkte in 14 Minuten), vermochte nach zwei Trainingseinheiten anzudeuten, dass er eine Hilfe sein könnte. Wer noch helfen kann? »Ich sehe das Problem nicht auf der Centerposition«, sagt der Sportdirektor nur. Auch wenn die Baskets im siebten Spiel zum siebten Mal den Reboundvergleich verloren haben. Auch wenn nach dem Abschied von Zach Hillesland gegen Rhöndorf mit Trey Hampton und Benjamin Fumey nur zwei Brettspieler zur Verfügung standen. Ben Spöler, der dritte Große, soll bis zum Chemnitz-Spiel genesen sein, ist aber noch keine verlässliche Größe. Was willst du mehr? Viel mehr als eine Halbzeitführung.

Artikel vom 08.11.2010



1. Bundesliga
6 * Deutscher Meister
Europacupgewinner (B-Pool)



webmoebel-baskets 2. Basketball Bundesliga
Pro A




Top-Schwimmsport




Bundesliga
Schießsport