Erste Niederlage für den Liga-Primus: SC Paderborn schlägt Berlin 1:0
Paderborn (WB). Fußball-Fest nach einer Fußball-Gala: Mit einem hochverdienten 1:0 (0:0)-Sieg hat der SC Paderborn dem Liga-Primus Hertha BSC Berlin gestern den ersten herben Dämpfer verpasst. Vor 12 261 Zuschauern schoss Markus Krösche mit einem verwandelten Handelfmeter das Tor des Tages.
»Großes Kompliment an den SC Paderborn. Die Mannschaft hat ein klasse Spiel abgeliefert. Aber es ist trotzdem bitter für mich, die Partie zu analysieren. Denn durch einen dubiosen Pfiff hat ein Mann diese Partie entschieden«, meinte Herthas Trainer Markus Babbel und spielte auf die entscheidende Szene in Minute 62 an: Sören Gonther, von Ardrián Ramos getroffen, lag blutend am Boden, der unsicher wirkende Unparteiische Christian Leicher (Weihmichl) wollte erst Freistoß für die Gäste geben, entschied dann aber wohl auf Handspiel. Er zeigte Ramos auch noch Rot und anschließend auf den Elfmeterpunkt. Markus Krösche verwandelte zum 1:0 (64.), traf Hertha damit ins Herz, und war erleichtert: »Wir haben heute besonders in der ersten Hälfte unser bestes Saisonspiel gezeigt und dem Tabellenführer nicht nur kämpferisch, sondern auch fußballerisch Grenzen aufgezeigt. Deshalb durften wir heute nicht mit leeren Händen nach Hause gehen.«
In Durchgang eins drehten die Hausherren auf, als wenn sie als ungeschlagene Elf die Liga anführen und dominieren würden. Clever in den Zweikämpfen, hohe Laufbreitschaft und bei Ballbesitz eine Vielzahl guter Möglichkeiten herausgespielt: Das war Extraklasse. Einzig die Belohnung in Form von Toren fehlte. Chancen, und das zieht sich wie ein roter Faden durch die sechste Paderborner Zweitligasaison, gab es auch am Sonntag zuhauf: Doch Edmond Kapllani (5./36) Enis Alushi (25.), Philipp Heithölter (28./33.), Daniel Brückner (31.) oder Sören Gonther (40.) vergaben.
Dafür stand aber auch die Paderborner Defensive komplett gut und ließ kaum etwas zu. Einzig Ramos prüfte mit einem Freistoß (39.) die Zweitliga-Tauglichkeit von Daniel Masuch.
Nach der Pause konnten sich die Gäste ein bisschen vom Dauer-Druck befreien, gut Fußball spielte die bis dato einzig ungeschlagene Profi-Elf in Deutschland aber noch immer nicht. Auch in dieser Phase blieb der SCP gefährlicher. So war es erneut der zurzeit glücklose Kapllani (59.), dem nach Zuspiel von Brückner in aussichtsreicher Position der Ball etwas zu weit von der Brust sprang.
Dieser erneut fahrlässige Umgang mit den Möglichkeiten zur Führung rächte sich aber nicht. Zum einen nutzte Krösche die Chance vom Elfmeterpunkt, zum anderen blieb der SC Paderborn konzentriert und hatte auch das nötige Quäntchen Glück. Nach einem Kopfball von Sebastian Neumann (70.) soll der Ball bereits hinter der Torlinie gewesen sein, ehe Rolf-Christel Guié-Mien für den schon geschlagenen Masuch klären konnte. Der Schiri sah es anders. Ein Kopfball des Tschechen Roman Hubnik (82.) landete noch am Außennetz. Das war's.
Der Jubel war hinterher groß, wirtschaftlich sieht der SCP auch besseren Zeiten entgegen: Mit dem Heimspiel gegen Hertha wurden zum dritten Mal in Folge die Marke von 10 000 Zuschauern geknackt. Das gab es in der Vereinsgeschichte noch nie.
Artikel vom 08.11.2010
Top-Leichtathletik






