Krisengipfel bei den Webmoebel Baskets

webmoebel-baskets Paderborn (WV). Die Baskets auf der Suche nach des Rätsels Lösung: Was machen mit einer Mannschaft, der von vielen Seiten genügend Potenzial für den sicheren Verbleib in der Pro A bescheinigt wird, die solch optimistischen Ansätzen allerdings mit bestenfalls phasenweise zweitligareifen Darbietungen Spieltag für Spieltag mehr Glaubwürdigkeit nimmt?
Nach der 80:94-Abfuhr gegen die Dragons Rhöndorf, die selbst nichts anderes als den Ligaverbleib im Visier haben, fangen die Paderborner Verantwortlichen an, auch die letzten Steine umzudrehen. »Besserung wird nicht durch einen Zufall eintreten. Wir müssen an irgendeinem Rädchen drehen, um schnellstens wieder auf Kurs zu kommen. Das muss keine neue Personalentscheidung sein, kann es aber«, sagt Sportdirektor Dirk Happe. Wird es die nächste Personalie nach dem Abschied von Zach Hillesland und der Verpflichtung von Draelon Burns, kommen zwei in Frage.
1. Noch ein neuer Spieler: Die sechste Niederlage in Folge war nicht ernüchternd genug, um Happe von seiner grundsätzlichen Einschätzung abzubringen: »Auch wenn es sich komisch anhört: Ich bin immer noch überzeugt davon, dass dieses Team viel mehr kann, als es zeigt.« Coach Artur Gacaev indes ist zumindest von seiner noch drei Brettspieler umfassenden Centergarde nicht mehr vollends überzeugt. Seine Aussage, dass er auf den großen Positionen das kleinste Problem habe, ist hinfällig. Sieben Spiele und sieben Niederlagen im Reboundvergleich lassen ihn folgenden Wunsch formulieren: »Wahrscheinlich muss man den Schritt machen und einen starken Center holen, der uns bei der Reboundarbeit entscheidend weiterhilft.« Eine solche Verpflichtung war gestern Abend auch Inhalt eines Krisengipfels, zu dem sich das Präsidium und der Beirat der Baskets GmbH getroffen hatten. Die Tendenz? Positiv. Das Geld ist da. »Zach Hillesland haben wir gegen Draelon Burns getauscht. Das war kostenneutral. Wir können uns noch einen weiteren Spieler leisten, zumal es noch nicht so ist, dass uns die Zuschauer weglaufen. Das allerdings wird passieren, wenn bei uns nicht sofort etwas passiert«, sagt Präsident Wolfgang Walter.
2. Ein neuer Trainer: In der vergangenen Saison warteten die Baskets bis zum 23. Spieltag und damit viel zu lange, ehe sie sich von Coach Olaf Stolz trennten. Diesen Fehler will die Führung nicht noch einmal machen. »In unserer Situation müssen wir über alles und jeden nachdenken. Ich bin zwar mit der Arbeit von Artur zufrieden, aber leider stimmen die Ergebnisse nicht und die sind letztlich entscheidend«, sagt Happe. Es gibt das Thema Trainer, aber für Baskets-Boss Walter ist es (noch) nicht die Nummer eins der To-do-Liste: »Der Focus liegt nicht auf dem Coach. Ich habe nicht den Eindruck, dass zwischen Team und Trainer etwas im Argen liegt und das ist ein großer Unterschied zur vergangenen Saison. Letztes Jahr hatten wir irgendwann das Gefühl zu wissen, woran es liegt. Jetzt bin ich ratlos. Artur ist ein guter Mann.« Ein guter Mann und einer, der um die Gesetzmäßigkeiten des Profi-Geschäfts weiß: »Ich muss mit allem rechnen. Wenn die Mannschaft verliert, ist der Trainer schuld. Das ist doch bekannt. Aber ich trage nicht alleine die Schuld. Wenn die Spieler nicht treffen, bin ich überfragt.« Mit Draelon Burns (Gacaev: »Das ist der, den wir gebraucht haben. Einer, der Verantwortung übernimmt.«) und einem neuen Center will der Coach die Kurve kriegen. Das Team wähnt er bei diesem schwierigen Unterfangen auf seiner Seite: »Ich weiß, dass die Spieler zu mir stehen und ich glaube an sie. Ich weiß aber auch, dass sie nicht entscheiden, wie lange ich noch ihr Trainer bleibe.«

Westfalen-Blatt Artikel vom 09.11.2010



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