»Das reicht nicht für Auswärtspunkte«

Paderborn (WV). Fünfter Versuch, fünfte Niederlage und bei nun 2:10 Toren die schlechtestes Auswärtsmannschaft der Zweiten Liga: Der SC Paderborn kommt in der Fremde nicht in die Gänge. Nach dem 0:2 beim FSV Frankfurt zeigt sich auch Kapitän Markus Krösche ratlos.

Herr Krösche, einen schwächeren Gegner wird Ihre Mannschaft in dieser Saison nicht mehr bekommen?Krösche: Was soll ich dazu sagen? Eine Antwort auf diese Frage ändert unsere Situation nicht. Wir hatten wieder gefühlte 100 Möglichkeiten und nutzen keine einzige. Das ist im Moment unser ganz großes Problem. Unter den 100 Chancen waren mindestens fünf hundertprozentige. Den Frankfurtern gestatten wir nur zwei und die nutzen beide. So läuft zurzeit auswärts unser Spiel, das ist die bittere Realität.

Woran liegt das? Zuhause sammelt der SC Paderborn in fünf Spielen zehn Punkte und schießt acht Tore.Krösche: Keine Ahnung. Wenn ich das wüsste, würde ich es ändern. Wir hauen in fremden Stadien aus drei Metern die Bälle nicht rein. Das kann nicht sein, das darf nicht sein und wenn wir das nicht schnellstens ändern, bekommen wir noch ein ganz großes Problem.

Fußballer sprechen ja gerne von einer Auswärtsseuche. Hat die den SC Paderborn befallen?Krösche: Das können Sie nennen, wie Sie wollen. Mir ist es egal. Für mich zählt nur eines: Wir haben uns mal wieder 90 Minuten den Hintern aufgerissen und fahren erneut mit leeren Händen nach Hause. Doch so, wie wir zurzeit vorne die Bälle nicht reinkriegen und hinten, durch relativ einfache Fehler, die Tore kassieren, reicht es auch nicht für Auswärtspunkte. Das ist leider auch ein Teil der Wahrheit.

Sie haben nach dem 3:0-Sieg über Düsseldorf gesagt: »Der Dreier ist nur was wert, wenn wir auch in Frankfurt nachlegen.« Zehn Punkte bleiben aber zehn Punkte.Krösche: Uns werden jetzt nicht die drei Punkte aberkannt, völlig klar. Aber wir werden zuhause diesen Druck des Gewinnenmüssens nicht los. Am Sonntag kommt mit Hertha das Topteam der Liga. Auch gegen die Berliner stehen wir jetzt unter enormem Zugzwang. Behalten wir die drei Punkte, liegen wir weiter im Soll. Verlieren wir, rutschen wir dahin, wo wir unter keinen Umständen hinwollen: in den Tabellenkeller.

Was macht der Kapitän in so einer Situation?Krösche: Weiter hart arbeiten. Irgendwann wird auch auswärts der Knoten platzen. Jetzt gilt aber unsere volle Konzentration der Hertha. Die müssen wir am Sonntag schlagen.

Vielleicht muss die Mannschaft bei Auswärtsspielen im Bus mal die Sitzordnung ändern. Oder im Hotel die Zimmer anders aufteilen.Krösche: Das wird nicht helfen. Aber vielleicht sollten wir bei der DFL mal beantragen, dass wir auswärts künftig in einem neutralen Stadion spielen dürfen.

Westfalen-Blatt Artikel vom 01.11.2010



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