SC Paderborn steigert sich enorm und besiegt Fortuna Düsseldorf deutlich

Paderborn (WB). Als Edmond Kapllani in der 81. Minute zum 2:0 trifft, haben Hans-Jürgen Boysen und Gerhard Kleppinger genug gesehen. Das Tor zum 3:0-Endstand zwischen dem SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf durch Jens Wemmer eine Minute später erleben Chefcoach und Co-Trainer des FSV Frankfurt auf dem Weg zum Ausgang.
Ein Resultat, mit dem die Beobachter des nächsten Paderborner Gegners samt der 10 000 Zuschauer zur Pause nicht im entferntesten hatten rechnen können. Da stand es 0:0 und bis dahin spielte fast nur eine Mannschaft. »Fortuna hat zwei Spiele in Folge gewonnen, wir dagegen haben uns noch mit der Niederlage in Cottbus auseinandergesetzt«, analysierte SCP-Trainer Andre Schubert die ersten 45 Minuten. Düsseldorf selbstbewusst, lauf- und zweikampfstark, Paderborn nervös und verunsichert. Da war Schubert froh, »dass wir das 0:0 in die Pause retten konnten. Wenn Düsseldorf ein Tor macht, kann das heute ganz anders ausgehen«.
Ein Schuss neben das Tor von Sören Gonther (23.), ein harmloser Versuch aus der Distanz von Daniel Brückner (25.) und ein schwacher Kopfball von Edmond Kapllani waren alles, was der SCP bis zur Pause nach vorne zustande brachte. Düsseldorf hatte die Kontrolle, mehr Ballbesitz und 5:0-Ecken.
Doch eines hatten die Fortunen nicht. »Wir haben eine gute bis sehr gute erste Halbzeit gespielt, aber uns haben die Gier und die Entschlossenheit gefehlt, ein Tor zu machen. So gesehen haben wir hier schon den Grundstein für die spätere Niederlage gelegt«, kritisierte Gästecoach Norbert Meier.
Dann tauschten beide Mannschaften die Seiten und ihre Gesichter. Während Paderborn von Minute zu Minute stärker wurde, baute Düsseldorf zunehmend ab. Kapllani hätte die Gastgeber schon Sekunden nach Wiederanpfiff in Führung bringen können, doch er zögerte nach Zuspiel von Kapitän Markus Krösche zu lange. So musste, wie schon im OWL-Derby gegen Bielefeld, eine für Paderborn bis dato untypische Standardsituation zum 1:0 herhalten. Die erste Ecke der Gastgeber, getreten von Enis Alushi, wuchtete Innenverteidiger Florian Mohr mit dem Kopf über die Linie (56.). Der Rettungsversuch von Johannes van den Bergh kam zu spät.
Das war praktisch die Entscheidung, wie beide Trainer nachher feststellten. »Dieses Tor hat das Spiel in eine für uns unangenehme Richtung gekippt und Paderborn hat das dann gut nach Hause gespielt«, sagte Meier, während Schubert erklärte: »Das kennt man schon von unserer Mannschaft. Wenn sie ein Tor erzielt, wirkt sie sofort wie befreit.«
Das war auch beim dritten und höchsten Saisonsieg so. Fortuna hatte nur noch eine Kopfballchance durch den eingewechselten Marcel Gaus (79.), Paderborn jetzt Möglichkeiten fast im Fünf-Minutentakt. Gonther (62., 90.) und Brückner (69., 72.) scheiterten, Kapllani und Wemmer machten es besser und besiegelten einen für Meier »letztendlich verdienten Paderborner Sieg«.
Während die Gewinner sich jetzt in aller Ruhe auf die Freitagspartie in Frankfurt vorbereiten können, empfängt der FSV morgen den FC Schalke 04 zum Spiel des Jahres im DFB-Pokal. Dieses Traumlos hätte auch der SC Paderborn haben können, stattdessen schickte Gonther diesen Gruß an den Main: »Ich wünsche mir, dass sie 120 Minuten gehen müssen und viel Kraft lassen. Dann steigen unsere Chancen.«

Artikel vom 25.10.2010



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